Tipps und Tricks

Warum Sie Ihr Ladekabel und Netzteil immer aus der Steckdose ziehen sollten

Warum sollte man das Netzteil mit Ladekabel aus der Steckdose ziehen?

Das Smartphone wird meist täglich geladen und häufig bleibt in einigen Haushalten das Netzteil mit Ladekabel anschließend dauerhaft in der Steckdose. Das ist bequem, aber nicht nötig: Ein eingestecktes Netzteil kann auch ohne angeschlossenes Smartphone Strom verbrauchen. Deshalb ist es sinnvoll, Ladegeräte nach dem Laden möglichst aus der Steckdose zu ziehen.

Verbraucht ein Netzteil mit Ladekabel Strom, wenn kein Handy angeschlossen ist?

Ja. Nicht das Ladekabel selbst, sondern das Netzteil kann Strom verbrauchen, solange es in der Steckdose steckt. Dieser Verbrauch wird als Leerlaufverbrauch bezeichnet. Moderne Netzteile sind zwar deutlich effizienter als ältere Modelle, aber ein geringer Verbrauch kann weiterhin entstehen. Die Europäische Kommission schätzt, dass externe Netzteile in der EU im Jahr 2020 insgesamt 11,6 Terawattstunden Strom verbrauchten. Davon entfielen rund 0,6 Terawattstunden auf den Leerlaufbetrieb - also auf Netzteile, die zwar eingesteckt waren, aber kein Gerät luden.

Warum sollte man ein Ladegerät nach dem Laden ausstecken?

Bei einem einzelnen aktuellen Smartphone-Netzteil ist die Ersparnis meist gering. In einem Haushalt kommen jedoch oft mehrere dauerhaft eingesteckte Netzteile hinzu: für Smartphones, Tablets, Smartwatches, Kopfhörer oder andere Geräte. Aus vielen kleinen Verbräuchen kann so über längere Zeit ein vermeidbarer Stromverbrauch werden
Das Ausstecken ist vor allem eine einfache Alltagsgewohnheit: Ist der Ladevorgang beendet, wird das Netzteil mit Ladekabel vom Stromnetz getrennt. Wer mehrere Geräte an einem Ort lädt, kann alternativ eine Steckdosenleiste mit Schalter verwenden und diese nach dem Laden ausschalten. [Quelle Verbraucherzentrale: Hinweise zum sicheren Laden von Akkus]

Ist ein eingestecktes Netzteil mit Ladekabel gefährlich?

Ein intaktes und geeignetes Ladegerät ist nicht automatisch gefährlich, nur weil es in der Steckdose steckt. Trotzdem sollte ein Netzteil nicht unbeachtet dauerhaft am Netz bleiben, wenn es beschädigt, ungewöhnlich heiß oder auffällig ist. Der VDE nennt Ladegeräte, Stecker, Adapter und Netzteile unter den Geräten, zu denen Brand- oder Stromschlaggefahren gemeldet wurden.
Besonders aufmerksam sollten Nutzerinnen und Nutzer werden, wenn ein Netzteil heiß wird, verschmort riecht, knistert, sichtbare Schäden aufweist oder das Kabel geknickt beziehungsweise beschädigt ist. In solchen Fällen sollte das Ladegerät nicht weiterverwendet, sondern vom Stromnetz getrennt und ersetzt werden. [Quelle VDE: Gemeldete Stromvorfälle]

Welche Ladegeräte sollten nicht dauerhaft in der Steckdose bleiben?

Ältere, beschädigte oder qualitativ fragwürdige Netzteile sollten grundsätzlich nicht dauerhaft eingesteckt bleiben. Auch bei vermeintlich hochwertigen Geräten können Defekte auftreten. Der VDE weist darauf hin, dass bei gemeldeten Vorfällen sowohl ältere als auch neue Geräte betroffen waren und es deutliche Qualitätsunterschiede bei Steckern, Adaptern und Netzteilen geben kann. Für das Laden von Akkus sollten nur passende Ladegeräte verwendet werden - idealerweise das Original-Ladegerät oder ein technisch geeignetes, hochwertiges Ersatzgerät. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, Akkus und Ladegeräte beim Laden auf einem nicht brennbaren Untergrund zu platzieren.

Warum sind moderne Netzteile sparsamer?

Für externe Netzteile gelten in der Europäischen Union verbindliche Ökodesign-Anforderungen. Sie sollen dafür sorgen, dass Netzteile effizienter arbeiten und im Leerlauf weniger Strom benötigen. Die derzeit geltende Regelung betrifft externe Netzteile mit einer Ausgangsleistung von bis zu 250 Watt, wie sie beispielsweise für Haushalts- und Bürogeräte verwendet werden.Die Ökodesign-Vorgaben sollen den Energieverbrauch externer Netzteile weiter senken. Laut Europäischer Kommission werden durch die Anforderungen zusätzliche Energieeinsparungen von rund fünf Terawattstunden pro Jahr bis 2030 erwartet. [Europäische Kommission: Ökodesign für externe Netzteile]

Wie viele Menschen nutzen in Deutschland ein Smartphone?

Smartphones sind für die Mehrheit der Menschen in Deutschland ein fester Bestandteil des Alltags: 86 Prozent der Menschen ab 16 Jahren nutzen ein Smartphone. Bei den unter 30-Jährigen liegt der Anteil laut Bitkom bei 100 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 98 Prozent.
Mit der hohen Smartphone-Nutzung steigt auch die Zahl der täglichen Ladevorgänge. Eine bewusste Laderoutine - das Smartphone bei Bedarf laden und das Netzteil anschließend ausstecken - ist deshalb ein unkomplizierter Beitrag zum Stromsparen und zur sicheren Gerätenutzung.

Wie lange werden Smartphones heute genutzt?

Smartphones werden heute länger verwendet als noch vor einigen Jahren. Laut Bitkom nutzen 45 Prozent der privaten Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer ihr Gerät länger als zwei Jahre. Eine längere Nutzungsdauer hilft dabei, Ressourcen zu schonen, weil ein neues Gerät nicht so schnell angeschafft werden muss.
Wer sein Smartphone möglichst lange nutzen möchte, sollte nicht nur auf einen sorgsamen Umgang mit dem Gerät achten, sondern auch Ladegerät, Kabel und Akku regelmäßig prüfen. Beschädigte Netzteile oder Kabel sollten aus Sicherheitsgründen ersetzt werden, anstatt sie weiterzuverwenden.

Fazit: Netzteil mit Ladekabel nach dem Laden ausstecken

Ein eingestecktes Netzteil mit Ladekabel kann im Leerlauf Strom verbrauchen. Das Ausstecken spart bei einem einzelnen modernen Netzteil meist nur wenig Energie, ist aber bei vielen Geräten eine sinnvolle Gewohnheit. Gleichzeitig wird verhindert, dass ein beschädigtes oder auffälliges Ladegerät dauerhaft unter Spannung bleibt.

Tipps für vergessliche oder bequeme Handybesitzer

Das Netzteil nach dem Laden auszustecken, spart unnötigen Leerlaufstrom und verhindert, dass es dauerhaft unter Spannung bleibt. Mit diesen einfachen Tricks klappt es auch ohne viel Nachdenken.
  • Schaltbare Steckdosenleiste nutzen: Ein Klick trennt mehrere Ladegeräte gleichzeitig vom Strom.
  • Smarte Steckdose oder Zeitschaltuhr einsetzen: Sie kann den Strom zu festgelegten Zeiten automatisch ausschalten.
  • Festen Ladeplatz schaffen: Ein aufgeräumter Platz hilft, eingesteckte oder beschädigte Ladegeräte schneller zu bemerken.
  • Ausstecken zur Routine machen: Beispielsweise immer beim Verlassen der Wohnung, des Büros oder vor dem Schlafengehen.
  • Beschädigte Netzteile sofort ersetzen: Bei Hitze, Geruch, Knistergeräuschen oder defekten Kabeln das Ladegerät nicht weiterverwenden.